Je mehr du versucht, dein eigenes Leben und deine Karriere zu leben, desto schwieriger wird es auch. Ja, ich weiß, ich rede gerne davon, dass es sich lohnt, sein eigenes Ding zu machen und dass jeder es tun sollte.

Und das stimmt auch.

Dennoch: Es kann verdammt schwer sein.

Wer es schafft, sein Leben so zu gestalten, wie er es für richtig hält und sich selbst sein Berufsleben zu konstruieren, der verliert eine Sache: Die Gewissheit, dass er auf dem richtigen Weg ist. Selbst bei finanziellem Erfolg und viel Aufmerksamkeit von allen Seiten kommen immer wieder die Momente in denen man sich fragt: Mach ich das richtig? Ist es der korrekte Weg, wenn ihn vorher noch keiner gegangen ist? Was liegt am Ende des Wegs – glänzender Erfolg oder Altersarmut? Ich weiß nicht weiter – wer hilft mir, wer kann ein Vorbild sein?

In solchen Momenten wäre es hilfreich, ein Role-Model, ein Vorbild, oder einen Wegweiser zu haben. Es muss doch jemanden geben, der vorher an einer ähnlichen Stelle stand und mir jetzt sagen kann, was der nächste Schritt ist. Oder?

Hier mein 3-Schritte-Plan, um den nächsten Schritt zu planen:

  1. Mach dir klar, woher die Unsicherheit kommt

Warum zögerst du gerade jetzt? Was sind die Dinge, die dich zurückhalten? Sind es z.B. finanzielle Überlegungen, weil du nicht weißt, ob du in den nächsten 6 oder 12 Monaten genug verdienen kannst, mit dem, was du vorhast? Oder hast du Angst dich lächerlich zu machen oder bloßzustellen? Hast du Angst dich zu verzetteln?

Egal was: Werde dir klar, was es ist. Und wenn es dir klar ist: Was kannst du dagegen machen? Was kannst du z.B. unternehmen, um zu verhindern, dass dir in ein paar Monaten das Geld ausgeht?

Gleichzeitig solltest du aber auch wissen, warum du das alles auf dich nimmst. Es gab einen Grund, warum du dich in diese Situation begeben hast. War es der Wunsch nach Autonomie? Oder wolltest du etwas in der Welt bewegen? Suche nach dem Grund und mach ihn dir klar.

Wenn nötig, druck ihn in A3 aus und hänge ihn dir an die Wohnzimmerwand.

  1. Sieh den Nutzen in der Unsicherheit

Als Gründungsberater hab ich immer wieder Kunden, die für ihre Idee brennen und ganz begeistert davon sind. Sie haben den Luxus, dass sie einen Partner hat, der gut verdient und sie beim Vorhaben unterstützt. Eigentlich kann nichts schief gehen, eigentlich könnten diese Gründer also mit aller Energie am Vorhaben arbeiten und zügig vorankommen.

Nur: Erstaunlich viele von ihnen kommen nicht voran. Sie scheitern. Sie arbeiten 1 oder 2 Jahre vor sich hin. Irgendwann merken sie: Hat nicht geklappt. Sie geben auf.

Woran liegt das? Das Vorhandensein von ökonomischem Druck ist eine mächtige Motivationsquelle. Wenn du Angst hast, dass du schon bald nichts mehr zu essen oder keine Wohnung mehr hast – dann gibst du alles. Wenn eine solch mächtige Motivationsquelle fehlt: Dann muss du es erst mal hinbekommen, dich selbst zu motivieren und auch die anfängliche Durststrecke überstehen.

Das gilt auch für dein momentanes Zweifeln: Wenn du Angst hast, bald pleite, blamiert oder gescheitert zu sein, dann macht dies etwas mit dir. Es setzt Energien frei – nutze sie!

  1. Suche dein Vorbild in dir selbst und deiner Zukunft

Mit wem also solltest du dich vergleichen? Es gibt im Internet, in Büchern und im Fernsehen unendlich viele Menschen, die als Rolemodel dienen könnten, ganz egal was du erreichen willst. Es gibt unternehmerische Genies mit revolutionären Ansätzen (Tim Ferriss) oder Autoren die erkannt haben, dass nicht alle Menschen gleich sind und jede Zielgruppe einen eigenen Ansatz braucht (Barbara Sher). Sie alle sind es wert, sich mit ihnen zu beschäftigen und ihre Tipps zu beherzigen. Es gibt noch tausende mehr, für die das auch gilt. Jeder hat eine individuelle Stärke und kann seine eigene Sicht sehr gut und anwendbar darlegen.

Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind nicht DU.

Letztendlich kannst du null oder hundert von diesen Büchern und Blogs lesen. Wenn du nicht weiter weißt ist es deine Aufgabe, dein Wissen auf deine individuelle Situation anzuwenden. Und was dann dein nächster Schritt sein wird, ist nicht davon abhängig, was du zufällig gestern in einem Buch gelesen hast. Es ist abhängig von deiner individuellen Zielsetzung, von deinen Ressourcen und von deinem Bauchgefühl.

Du weißt nicht weiter: So findest du heraus, was das Richtige ist

Was ist deine Zielsetzung?

Tja, was willst du eigentlich? Weiter oben hast du dir schon Gedanken über dein Warum gemacht. Jetzt schreib das auf, in maximal 3 Sätzen: Was willst du in 1 Jahr erreicht haben?

Gemacht? Dann geh zu FutureMe und schick dir den Text so, dass er in 1 Jahr in deinem Postfach landet.

Welche Ressourcen hast du, um dein Ziel zu erreichen?

Was kannst du heute nutzen, um die Zielsetzung zu erreichen? Hast du Kontakte, Fähigkeiten, Ideen oder Geldmittel, die du bisher ungenutzt gelassen hast? Wie kannst du diese einsetzen, um dir jetzt zu helfen?

Was sagt dein Bauchgefühl, wenn du nicht weiter weißt?

Dein Unterbewusstsein ist ungleich mächtiger (und älter, was die Evolution betrifft) als dein bewusster Verstand. Das Bauchgefühl ist eines der Wege, dass es mit dir versucht zu kommunizieren. Wenn dir dein Bauchgefühl sagt, dass du in eine bestimmte Richtung gehen sollst, ist es absolut Wert darauf zu hören.

Also, auf geht’s. Alles, was du als Vorbild brauchst, bist du selbst. Wenn du nicht weiter weißt hilft es, sich mit Familie, Freunden oder einem Coach auszutauschen. Es ist sogar sehr wichtig. Am Ende jedoch wirst du allein all diese Gespräche abwägen und hin und her schieben.

Nur du selbst kennst dich wirklich. Nur du selbst weißt, was dir tief drin wichtig ist. Und nur du selbst kannst jetzt die richtige Entscheidung treffen.

Was vor uns liegt und was hinter uns liegt, ist nichts im Vergleich zu dem, was in uns liegt. Wenn wir das, was in uns liegt, nach außen in die Welt tragen, geschehen Wunder. (Henry David Thoreau)

 

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