Pass auf, welches Leben du dir wünschst – du könntest es bekommen

In Trainings und Seminaren lernen Teilnehmer die Macht von Zielen. Ordentlich ausformulierte Ziele (am besten S.M.A.R.T.) sorgen, jetzt stark verkürzt, eigentlich schon von selbst dafür, dass sie in Erfüllung gehen. Das bedeutet, wenn du dir für dein Leben, deinen Beruf und allgemein deine Zukunft etwas wünschst: schreib es auf, lehn dich zurück und lass das Universum machen!

Naja, so einfach ist es freilich nicht. Ich glaube zwar daran, dass man sich Ziele setzen sollte. Auch aufschreiben schadet nicht. Auch die S.M.A.R.T.-Methode schadet nicht. Die Sache ist nur die: Es gibt solche und solche Ziele. Nicht alles, was sich toll anfühlt oder super ausschaut, ist es wert, als Ziel verfolgt zu werden. Pass auf, welches Leben du dir wünschst!

Deine Bucket List und was du eigentlich willst

Schon deine Bucket List geschrieben? Die Bucket List ist eine Liste der Dinge, die man im Leben noch erreichen, machen oder sehen möchte. Es ist also eine Liste an allen möglichen Aktivitäten, die man in den kommenden Jahren und Jahrzehnten abhaken möchte, z.B. einmal Bungee-Jumping, einmal nach Island, einmal auf einer großen Bühne stehen.

Es ist sicherlich nicht schlecht, so eine Liste zu haben. Nur: Steht auf dieser Liste, was du eigentlich willst? Wenn man im Internet ein bisschen recherchiert, geht es meistens um Erlebnisse oder einzelne Erfolge. Es sind oft also Dinge, die man halt einmal abhakt, weil sie einem erstrebenswert erscheinen. Doch was ist mit den Dingen, die man ganz grundsätzlich möchte? Also dem Beruf, dem Wohnort, dem einen großen Ziel für das Leben?

Ich glaube, dass das Konzept der Bucket List dazu verführen kann, sich spezielle Dinge zu wünschen, die nicht immer dem entsprechen, was man eigentlich für sich braucht und will. Natürlich wäre es für einen passionierten Hobbykoch aufregend, mal in einer professionellen Küche Seite an Seite mit einem Sternekoch zu arbeiten. Nur: Was ist mit dem ganzen Drumherum das nötig ist, um dorthin zu kommen?

Viele der Ziele, die den Weg auf eine Bucket List schaffen können, sind nur mit relativ viel Aufwand zu erreichen. Das bedeutet: Du steckst Zeit, Geld und Mühe in Dinge, die unter Umständen nur ganz nett sind. Sie sind nicht unbedingt das, was dein Leben wirklich besonders und erfüllt machen.

Viel wichtiger finde ich, darüber nachzudenken, was man eigentlich mit seinem Leben erreichen möchte. Womit will man seine Zeit verbringen, mit wem und wo? Das sind grundsätzliche Fragen, und oft schwierig zu beantworten. Wenn man es aber schafft, hier seine Ziele zu formulieren und sich klar auszurichten, ist das mehr wert als jede Bucket List.

Welches Leben wünschst du dir: Das Ziel und der Weg dorthin

Nun ist das mit den großen Lebenszielen gar nicht so einfach. Manche Dinge wirken unheimlich attraktiv. Schon als Kind träumt man davon, mal Sänger, Schauspieler oder Profisportler zu werden. Auch später kann es noch sein, dass man hehre Ziele hat – die schon genannten, oder auch Geschäftsführer im Unternehmen oder Mitglied im Stadtrat.

Was all diese großen Ziele gemein haben: Um sie zu erreichen, ist viel Mühe und jahrelanges Hinarbeiten notwendig. Man landet nicht einfach so im Stadtrat, und im Unternehmen steigt man auch nicht gleich nach der Ausbildung in eine Führungsposition auf. Man muss bereit sein, sich anzustrengen, Rückschläge hinzunehmen und auch auf manches andere verzichten. Und hier liegt der Hund begraben. Diesen steinigen Weg nach oben wird man nur schaffen, wenn man auch dem Weg schon etwas abgewinnen kann. Erfolg hat nicht, wer gerne Stadtrat wäre, sondern wer Spaß an der politischen Arbeit hat mit allem was dazugehört. Erfolg hat also, wer Spaß am Weg hat. Wer nur Lust auf das Ergebnis hat, nicht aber auf die nötige Anstrengung, der wird entweder eine sehr entbehrungsreiche Zeit haben – oder frühzeitig abbrechen.

Wofür lohnt es sich, sich anzustrengen?

In einem schon älteren Blogbeitrag aus 2013 schreibt Mark Manson:

„What is the pain that you want to sustain? That answer will actually get you somewhere. It’s the question that can change your life. It’s what makes me me and you you. It’s what defines us and separates us and ultimately brings us together.”

Es geht also nicht darum, was als Ergebnis toll klingt. Es geht um die Frage: Was ist dir wichtig genug, dass du dafür kämpfst? Und was ist dir wichtig genug, dass du den langsamen Entwicklungsprozess in Kauf nimmst mit all seinen Höhen und Tiefen und dem ungewissen Ausgang? Was ist für dich so reizvoll, dass du dich jeden Tag damit beschäftigen willst und bereit bist, Nachtschichten einzulegen, auf Urlaub zu verzichten oder sogar ein sehr geringes Einkommen zu haben?

Die Antwort auf die Frage ist laut Mark Manson die wichtigste deines Lebens. Für mich steht fest, dass es viele Kämpfe gibt, die man kämpfen könnte. Es dürfte sich lohnen, mit offenen Augen auszuwählen, welche davon man zu seinen eigenen macht. Und welche lieber andere austragen sollen.

 

Du bist dran!

Welches Leben du dir wünschst – weißt du das? Und wenn ja: Was ist es? Hast du eine konkrete Vorstellung, oder ist das eher diffus?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

Photo by Jesse Bowser on Unsplash

2 Comments

  1. Ha,
    da hast Du aber sowas von und vollkommen recht!!! 🙂
    Ich finde diese Bucket-Listen auch sehr seltsam, das hat sowas von “mein Haus, mein Auto, mein Boot” – nur dass es eben mittlerweile keine teuren Dinge, sondern teure Erlebnisse sind. Das ist ja alles nett, wennn man sowas erlebt, aber das ist doch seltsam, das Leben als abgehakte To-Do-Liste?
    Ich finde es auch viel wichtiger, sich zu überlegen, wie man leben will. So ganz insgesamt. Und dann kann man dafür sorgen, dass das eigene Leben immer mehr aussieht wie das Wunsch-Leben. In meinem Fall wäre das: Nur Aufträge machen, die mir Spaß machen, nie zu lang am Schreibtisch sitzen und ganz viel Freiheit genießen.
    Also: Bei mir geht es schon absolut in die richtige Richtung, muss ich sagen. 🙂
    Deine Textrebellin 😉

  2. Danke liebe Nina.
    Nur Aufträge die Spaß machen, nicht zu lange am Schreibtisch und viel Freiheit – ich bin dabei!

    Oder zumindest bin ich dabei, weiter daran zu arbeiten. Schauen wir mal, wohin uns das führt. Ich drück die Daumen für Dein Wunsch-Leben.

    Liebe Grüße

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