Als Freiberufler mit Spaß an verschiedenen Projekten ist es für mich immer wieder wichtig, mich bewusst von Dingen und Vorhaben zu trennen, um noch Zeit für meine Familie, zum Essen und zum Schlafen übrig zu haben. Was ich dabei allerdings überhaupt nicht mag ist, dass ich immer wieder Entscheidungen unter großer Unsicherheit treffen muss. Woher weiß ich heute, welches Projekt ich morgen nicht mehr machen möchte? Entsprechend gibt es einen schönen Anreiz, sich vor Entscheidungen zu drücken.

(Für mich geht das drücken vor Entscheidungen Hand-in-Hand mit Prokrastination, über das ich vor ein paar Tagen geschrieben habe. In gewisser Weise ist beides dasselbe, oder?)

Denn egal ob es große oder kleine Entscheidungen sind, schwierig ist es immer. Und umso größer die Konsequenzen, desto schwieriger ist es auch, überhaupt eine Entscheidung zu treffen.

Wann ist der perfekte Zeitpunkt?

Die Krux dabei: Je länger man wartet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich eben nicht mehr frei entscheiden kann.

Zuerst weiß man viel zu wenig über die Alternativen – und später weiß man zwar langsam mehr, aber die Entscheidung wird einem in zunehmendem Maße abgenommen. Und den perfekten Zeitpunkt für eine Entscheidung, also der Zeitpunkt an dem man schon genug weiß, aber auch noch genügend Spielraum hat – den gibt es irgendwie nie.

Daher hier meine Top 5, wie man sich erfolgreich vor (wichtigen) Entscheidungen drückt.

5 Strategien sich vor Entscheidungen zu drücken

  1. Einfach nicht drüber nachdenken. Gib die Entscheidungsmacht über dein Leben lieber in die Hände von anderen Menschen, egal ob Chefs, Kollegen, Mitbewerber, Bekannte oder ein Computerprogramm.
  2. Freu dich für die anderen, die das bekommen, was auch du hättest haben können. Ist doch schön für sie, sollen sie es versuchen. Außer sie haben zu viel Erfolg damit.
  3. Hab Spaß daran, dass dich andere als Zögerer und Zauderer erleben. Entscheidungsfreude macht zwar interessant und sympathisch, aber solche Dinge brauchst du nicht.
  4. Freunde dich damit an, dass du zwar in deiner kuschligen Komfortzone bleibst, aber sich in deinem Leben nicht wirklich was ändert – nicht zum Schlechten, aber auch nicht zum Guten.
  5. Lobe dich für deine Zukunftsorientierung, das ist ja schließlich modern. Du sagst immerhin konsequent jeden Tag wieder: Morgen treffe ich die Entscheidung als allererstes, nur heute noch nicht. So kannst du dich immer wieder auf deine Entschlusskraft am nächsten Tag freuen.

Das Schöne ist, dass sich viele Entscheidungen, vor denen man sich drückt, irgendwann von selbst erledigen. Dabei wird man häufig kein unmittelbares Feedback erhalten. Es ist eher so, als würde eine Option langsam im Nebel verschwinden, oder sich eine Tür leise für immer schließen.

Aber ob das dann gut oder schlecht ist? Wer weiß das schon.

Du bist dran!

Was denkst du? Fällt es Dir leicht, Entscheidungen zu treffen? Wie gehst du dabei vor?

Hast du dich schon vor einer Entscheidung gedrückt und das später bereut? Oder hast du vielleicht schon ganz bewusst Entscheidungen getroffen, die sich später als Fehler herausgestellt haben?

Ich freue mich auf Deine Kommentare!