Warum Du mindestens 3 Karrieren im Leben haben solltest

Keine. Ahnung.

Das waren meine Gedanken, als ich mich, gerade erwachsen, wenige Monate vor dem Schulende langsam mit der Frage beschäftigte, was ich später eigentlich mal werden möchte. Es gab ja viele Tipps, die einem helfen sollten.

Kenne Deine Stärken, Interessen und Fähigkeiten. Äh, ich glaube ich habe keine Stärken. Interessen? Naja, das was halt alle machen. Fähigkeiten? Ich hab in Deutsch mal ne 2 geschrieben.

Kenne deinen Traumjob 1 Jahr vor Schulende und bewirb Dich. Ja spinnen die denn? Woher soll ich denn als Schüler wissen, was ich gerne machen möchte? Ich konnte mir noch nicht einmal vorstellen, 8 Stunden pro Tag zu arbeiten. Und dann: Was wenn ich mich für das falsche Entscheide und dann in einem Job festhänge, der keinen Spaß macht? Dieses Damoklesschwert war für mich besonders bedrohlich. Denn eines schien gewiss nach all den Tipps: 3 Karrieren im Leben werde ich sicherlich nicht haben, sondern nur eine.

Seitdem habe ich mich zum Glück ein bisschen besser kennengelernt und auch gemerkt, wie gerne ich arbeite. Was aber geblieben ist: Ich möchte mich auch heute nicht festlegen, was ich die nächsten Jahrzehnte arbeite.

Doch ist es nicht sinnvoll, sich für eine Karriere zu entscheiden und dann dabei zu bleiben? Natürlich gibt es Lebensentwürfe und Karrieren, die genau das erforderlich machen. Und ebenso selbstverständlich gibt es Menschen, die das genauso haben wollen. Das ist gut so!

3 Karrieren im Leben – geht das?

Aber was ist mit den vielen Menschen, die ein bisschen mehr vom Leben erwarten als nur einen einzigen Beruf? Gerade diejenigen, die mit 16 oder 18 oder 20 noch nicht genau wissen, wer sie sind, wo sie hin wollen und welcher Beruf zu ihnen passt? Was, wenn Dir Dein Traumjob eben erst mit 33 über den Weg läuft, oder mit 55?

Für diese Menschen bedeutet das Berufsleben ein langer Weg der Orientierung. Eine frühzeitige Planung wäre weder möglich noch sinnvoll. Während sie einen Beruf erlernen, die ersten Jahre Berufserfahrung sammeln und so langsam mehr über sich selbst herausfinden, schaffen sie erst die Grundlage für eine fundierte Entscheidung. Wenn sich dabei dann herausstellt, dass der aktuelle Beruf vielleicht nicht genau das richtige ist, ist dies schon ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Aus diesen Erkenntnissen heraus kann man sich sortieren und einen neuen Weg einschlagen – der dann mit der Zeit weitere Erkenntnisse generieren wird.

Im Internet finden sich haufenweise Beispiele von Menschen, die sich mit 30, 40 oder 50 nochmal umorientiert haben. Was diesen gemein ist: Ihnen ist wichtig, dass sie es versucht haben. Sie sehen das Risiko, nehmen es aber in Kauf. Das Motto ist: Auch wenn es schief geht, habe ich doch viel dabei gelernt!

So herum wird nämlich ein Zopf daraus: Jede berufliche Veränderung bringt ein finanzielles Risiko mit sich. Man wird in vielen Fällen zumindest erstmal weniger verdienen, und unter Umständen sogar auf lange Sicht – und vielleicht sogar Schulden machen?

Die besten Dinge im Leben sind nicht die, die man für Geld bekommt. (Albert Einstein)

Wenn die Veränderung von Scheitern gekrönt ist, bedeutet das nur finanziellen Verlust. Das Leben besteht jedoch aus mehr – Erfahrungen, Erkenntnissen, neue Kontakte und positive Überraschungen. Denn das muss man sich immer klar machen: Jedes Vorhaben kann schiefgehen – es kann aber eben auch gutgehen und ein wunderbares, neues Leben hervorbringen.

Sieh es als Spiel mit dem Scheitern: jedes Mal, wenn Du scheiterst, erwächst daraus eine neue, spannende Chance. Wenn Du mit der ersten Berufswahl glücklich bist – Glückwunsch! Wenn es mit der zweiten Karriere klappt: Gut gemacht! Und wenn nicht: Auf zur dritten Karriere.

Wenn du dich ein- oder zweimal getraut hast, neu anzufangen, wirst du darin besser. Du lernst, mögliche Konsequenzen abzuschätzen. Mit etwas Glück wirst du nun jemand sein, der weiß, wo er hin will, und was er von seinem Leben erwartet. Du wirst in der Lage sein, auf Grund Deiner Lebenserfahrung die richtigen Entscheidungen zu treffen und Deine Stärken so auszuspielen, dass die Wahrscheinlichkeit für den Erfolg so hoch wird wie noch nie. Denn jetzt hast du einen Erfahrungsmix, der Seinesgleichen sucht.

Nur Mut!

(Ich weiß, ich weiß: Das kann man auch als fahrlässig lesen, als Aufforderung, seinen gut bezahlten Job aufzugeben und sich ins Verderben zu stürzen. Aber so ist es nicht gemeint. Es ist eher als Aufforderung gemeint, sich mit der Option zu beschäftigen, vielleicht eine Änderung herbeizuführen – dabei sollte man aber das große Ganze nicht aus den Augen verlieren, und natürlich irgendwie seine Brötchen zahlen können. Das ist nicht immer leicht, aber es kann sich bezahlt machen, sich nach Wegen dafür umzuschauen. Hilfestellungen dafür gibt es vielfältige.)

 

 

Du bist dran!

 

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

Photo by Graeme Worsfold on Unsplash

2 Comments

  1. Ach wie schön. Genau das musste ich grade mal wieder hören!
    Daaaanke!

    • Das freut mich, liebe Kati!

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Florian Sußner

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