Charisma: 5 Dinge, die Dir niemand verrät

Man müsste nur charismatisch sein, und schon könnte man alle Probleme weglächeln. So oder so ähnlich mutet es an, wenn man sich durch allerlei Ratgeber, YouTube-Videos und Führungskräfte-Seminare zum Thema Charisma arbeitet. Nun bin ich selbst jemand, der mit solchen Dingen sein Geld verdient. Dennoch sage ich: Achtung! Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Man findet im Internet haufenweise Möglichkeiten, sein Charisma zu steigern: Achte auf deine Körpersprache! Sei Authentisch! Sei Ehrlich! Vermeide Drogen!

Die Krux mit dem Charisma ist aber: All diese Listen mit erprobten Techniken, mit Ausstrahlungs-Tipps und Tricks, wie man sofort charismatischer wird … Sie tun so, als wäre Charisma einfach eine Fremdsprache, die man lernen könnte. Dabei gibt es ein paar Dinge, über die man mal gründlich nachdenken sollte, wenn es um das mythenumwobene Thema Charisma geht.

Hier meine Liste mit den 5 Dingen, die man dir in all den Texten und Videos vorenthält:

  1. Charisma ist relativ

Die Wahrnehmung, ob jemand charismatisch ist oder nicht, ist vom gegenüber abhängig. Person A findet jemanden total charismatisch. Person B findet genau dieselbe Person aber überheblich und arrogant. Und Person C wiederum findet diese Person einfach nur langweilig. Was hat die Person nun richtig oder falsch gemacht? Was könnte sie beherzigen, damit man sie noch charismatischer wahrnimmt?

Die Antwort: Gar nichts. Es ist und bleibt einfach so, dass Menschen einander unterschiedlich wahrnehmen.

  1. Charisma ist passiv

Es gibt allerlei Tipps, wie man sein Charisma steigern kann: Variiere deine Stimme. Achte auf Mimik und Gestik. Trage die richtigen Klamotten. Sei nicht zu sympathisch (wirklich!).

Naja.

Vielleicht kann das eine oder andere davon dem einen oder anderen bis zu einem gewissen Grad helfen. Mir hilft es: Genau, überhaupt nicht. Das Problem ist nämlich, dass ich im Gespräch oder auf der Bühne überhaupt keine Zeit habe, auf all diese Dinge zu achten. Ich kann sie nur dann anwenden, wenn ich sie lange und intensiv trainiert habe, z.B. durch Improtheater-Training.

Was zu echtem Charisma führt, ist die Fähigkeit, sich authentisch zu geben. Das schafft man dann, wenn man sich authentisch fühlt – und wann ist das?

Genau: Wenn man in Situationen ist, in denen man sich wohl und zu Hause fühlt. Je herausfordernder die Situationen sind, desto schwieriger wird es, authentisch zu sein. Daher: Übe vorher.

Wenn du also z.B. im Verkaufsgespräch charismatischer sein willst: trainiere genau diese Situation und bereite dich gut vor.

  1. Wirkliches Charisma kommt von selbst

Wenn Charisma passiv ist, kommt es von selbst. Ein paar Techniken wirken dabei tatsächlich. Ganz banal: Lächeln. Wenn du es schaffst, ein echtes, ehrlich gemeintes Lächeln auf dein Gesicht zu zaubern, rauchst du all die in der Pfeife, die versuchen, mit Körpersprache, Wortwahl und Verhandlungstechniken zu punkten.

Ein bisschen weniger banal: Pausen, die Geheimwaffe der Schauspieler. Gerade wenn es in Gesprächen oder bei Präsentationen um etwas Wichtiges geht, neigen viele Menschen dazu, immer schneller zu werden und zu reden.

Wenn man es schafft, Pausen zu machen und auszuhalten, wirkt dies unglaublich souverän und charismatisch. Das kann und sollte man üben. Es ist aber ein sehr mächtiges Tool, wenn man es einzusetzen weiß.

  1. Charisma kann schaden

Automatisch neigt man dazu, sich selbst in einem möglichst guten Licht darzustellen. In vielen Situationen ist dies auch genau das richtige. Aber: Nicht in allen.

Hast du einem gleichberechtigen Partner oder Kollegen schon mal das Gefühl gegeben, dass du charismatischer, klüger, schöner, besser oder beliebter als er bist? Oder ging es dir schon mal andersherum? Also hattest du schon mal einen Menschen im beruflichen Umfeld, aus dessen Schatten du nicht heraus fandest? Dann weißt du, was ich meine.

Wer zu gut darin ist, in jeder Situation der glänzende Held (oder die Heldin) zu sein, dem die Frauen (oder Männer) zu Füßen liegen, wird nicht von allen bewundert. Charisma ist gut und förderlich. Aber übertreib es nicht!

  1. Es kommt gar nicht drauf an

Genau: So schön es ist, als charismatisch und charmant wahrgenommen zu werden – letztlich wird dir dies nur manchmal was bringen. Viel zielführender finde ich, sich auf andere Bereiche zu konzentrieren, z.B. Kommunikationstechniken, Netzwerkkontakte oder auch einfach nur gute Arbeit abzuliefern.

Wenn du diese Dinge im Griff hast, wirst du es letztlich nicht vermeiden können, auch als charismatisch wahrgenommen zu werden. Es wird aber ein gesundes, authentisches Charisma sein. Du wirst dabei merken, dass du das meiste gar nicht bewusst machen musst.

Das einzige, was wirklich entscheidend ist, ist deine Haltung. Bist du offen, ehrlich und an anderen Menschen interessiert? Na dann, geht doch.

 

Du bist dran!

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

 

Photo by Gabrielle Henderson on Unsplash

2 Comments

  1. Hi
    Erst einmal cool das du mir einen Kommentar auf meinem Blog hinterlassen hast zu Dagmars Interview. Das freute mich und ich stöberte direkt hier auf deiner Seite. Bei der Personen Vorstellung und hier blieb ich erst einmal hängen und werde weiter deinen Blog lesen.
    Und im Bloggerköfferchen empfehlen. Toll finde ich das du auch aus Nürnberg kommst. Anscheinend hat Nürnberg wirklich mehr zu bieten.
    Sei ganz lieb gegrüßt.
    Nicole

    • Hallo Nicole,

      das freut mich, viel Spaß beim Lesen! Und ja, Nürnberg hat schon ein bisschen was zu bieten =)

      Liebe Grüße
      Florian

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Florian Sußner

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