Wäre es nicht wunderbar, wenn Arbeit die Spaß macht auch toll bezahlt wäre? Das bedeutet das beste aus beiden Welten. Finanzielle Sicherheit und Erfüllung im Job gleichzeitig.

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass viele Jobs, die Menschen mit Herzblut machen, schlecht bezahlt werden? Schauspieler, Graphiker, Maler, Fotografen, Friseure … Oft findet man in diesen Berufen Menschen, die sich aus Überzeugung für ihren Beruf entschieden haben. Und daher sind sie leider auch oft bereit, sich ausbeuten zu lassen.

Dumping-Preise durch die Konkurrenz

Spielt vielleicht eine Rolle, dass viele dieser Berufe nicht geschützt sind, und daher jedem offenstehen? Viele kennen den nebenberuflichen Graphiker oder den Hobby-Schauspieler, die sich zu Dumping-Preisen anbieten. Es geht ihnen mehr um den Spaß an der Sache. Das wirtschaftliche Überleben ist für sie nicht in Gefahr. Dabei machen sie aber denjenigen, die davon leben müssen, das Leben schwer. Wenn man ein Logo für 50 Euro bekommt, warum sollte man einem Graphiker dann 500 Euro geben?

Trotzdem glaube ich, dass dieser Zusammenhang noch eine andere Komponente hat: Wenn Du das tust, was du liebst, kannst du darin so gut werden, dass auch der Erfolg wie von selbst kommt. Das führt aber zu der ganz grundsätzlichen Frage: Kann man ohne Weiteres einen Beruf finden, den man liebt?
Für viele gibt es da nämlich ein Problem.

Welche Arbeit macht am meisten Spaß?

Die oben genannten Beispiele sind „typische“ Berufe. Sie werden tausendfach von sehr vielen Menschen ausgeführt und sind, zumindest grundsätzlich, vergleichbar. Doch gibt es allein in Deutschland rund 45 Millionen Erwerbstätige, dem stehen 327 Ausbildungsberufe gegenüber – ein krasses Ungleichgewicht.

Zugegeben: Die Auswahl an differenzierten Studiengängen an den Hochschulen ist deutlich höher.  Doch letztlich sind die meisten Studiengänge auch nur Varianten der BWL, des Maschinenbaus, des Rechts oder der Medizin.

Was ist wirklich dein Traumberuf?

Ist nun für jeden Schauspiel-Schüler wirklich genau der Beruf des Schauspielers die Arbeit, die ihm Spaß macht? Der eine steht gerne vor Leuten. Die andere genießt die Beschäftigung mit großen Autoren. Die dritte möchte gerne einen Beruf ausüben, in dem sie mit Menschen zu tun hat. Der vierte genießt den Rummel um seine Person. Und die fünfte möchte sich einfach nur beweisen, dass sie sich traut, immer wieder auf die Bühne zu gehen. Es gibt also sehr viele unterschiedliche Motivationen, die alle dem Beruf des Schauspielers abverlangt und übergestülpt werden. Kann ein einziges Berufsbild für alle die Arbeit sein, die am meisten Spaß macht?

Was wäre, wenn sich z.B. jemand, der gerne vor Menschen agiert, die Mühe macht, sich seinen eigenen Beruf zu kreieren? Wie wäre es mit einer Mischung aus Lehrer, Trauerredner und Moderator?

Doch wie findet man heraus, was dieser eigene, individuelle Beruf ist, der den maximalen Spaß bringt? Es lohnt sich, sich immer wieder zu fragen, welche Stärken und Eigenschaften man hat. Sehr interessant dafür sind z.B. die 16Personalities.

Finde die Arbeit, die dir am meisten Spaß macht

Als „Selbsthilfe-Anleitung“, um einen Beruf zu definieren, können auch die folgenden Fragen dienen:

  1. Was waren die Augenblicke in deinem Leben, in denen dein Leben am allerbesten war?
  2. Wie würde ein perfekter Tag für dich aussehen?
  3. Wenn Freunde dich um Hilfe bitten – wonach fragen sie?
  4. Wenn du jetzt 24 Stunden Zeit hättest und tun könntest, was du willst – was wäre das?
  5. Was denken andere über dich? Frag mal ein paar Leute, was dich ausmacht und was deine Stärken sind (die Schwächen können wir einfach mal auslassen).

Je nach Persönlichkeit wirst du es einfacher oder schwieriger finden, diese Fragen für dich alleine zu beantworten. Hier kann im Zweifel ein Mentor oder ein Coach helfen!

Was kannst du am allerbesten?

Versuche herauszufinden, welche Stärken du und nur du alleine hast. Wenn du es schaffst, deine Nische zu finden, für die Menschen bereit sind Geld auszugeben, bist du DER Experte auf deinem Gebiet, allein auf Basis deiner Biographie. Denn niemand hat genau die Stärken, die du hast. Und wenn du DER Experte auf einem Gebiet bist, für das Menschen bereit sind Geld auszugeben, dann bestimmst letztlich du allein, wie viel du dafür verlangen möchtest. Ein Beispiel eines erfolgreichen Experten in seiner eigenen Nische ist Claus Böbel. Er ist Metzger und hält Vorträge über die Themen Internet und Online-Handel. Er ist sehr erfolgreich.

Es geht nicht darum, sich blind in ein Vorhaben zu stürzen, nur um sich selbst zu verwirklichen. Es macht Sinn, sich vorher mit dem Vorhaben zu beschäftigen. Denke über die Möglichkeiten nach, tatsächlich Geld zu verdienen. Starte einen Testballon.

Im Internet und Ratgebern liest man häufig, dass man seinen Leidenschaften auf jeden Fall folgen soll – man liest aber fast ebenso oft, dass man das gerade nicht machen soll.

Wer hat Recht?

 

Du bist dran!

 

Sollte gute Arbeit auch gut bezahlt werden? Oder kann man für Arbeit, die Spaß macht, weniger zahlen – schließlich ist die schöne Arbeit Lohn genug? Ist der Lohn für Arbeit vielleicht eher als “Schmerzensgeld” zu betrachten? Und – bist du selbst eigentlich zufrieden mit dem, was du für deine Arbeit bekommst?

 

Ich freu mich auf Deine Kommentare!